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KoBe

  

KoBe   

(Kopf  Behandlung)

von Kai Piet Schneider

 

KoBe  umfasst die manuelle KoBe und die ganzheitliche KoBe mit  dem folgenden

Behandlungsaufbau und Ablauf einer Kopfbehandlung sowie der Diagnose und Befundung.

 

man. KoBe ist die manuelle Therapie und Massage am Kopf, Nacken sowie im Schulter- und

Brustkorbbereich. Ergänzend werden zugehörige Akupunkturpunkte behandelt und

entsprechende Meridianverläufe am ganzen Körper bei Bedarf ausgestrichen.

 

ganz. KoBe umfasst die theoretischen Hintergründe sowie die Integration der Rückschlüsse

aus der man. KoBe.  zur Befundung und Diagnosefindung. Ebenso behandelt es die

psychischen Hintergründe, die zu den entsprechenden Symptomkomplexen führen.

Ergänzungstherapien und Maßnahmen der Naturheilkunde, wie homöopathische

Ergänzungsmittel, Akupunktur- und Akupressurpunkte, Reflexzonenarbeit oder klärende

Gespräche vervollständigen diesen ganzheitlichen Ansatz. 

 

Anwendungsgebiete sind allgemein Kopfschmerzen, Migräne, Stresssymptome,

Burn-Out-Syndrom, Schlaflosigkeit, Hypertonie, Stauungszustände des Kopfes,

HWS – Syndrom, Torticollis, Atlas-Axis-Syndrom, Vertebrale Fehlstellungen, Vertigo,

Ataxien, Tinnitus, Parästhesien, neurale Mißempfindungen, Tourette-Syndrom, 

Phantom und Narbenschmerzen u.a.

 

 

In der Zeit von 1987 bis 1989 war ich in den Kliniken des RWTH Aachen in der Abteilung

Physiotherapie als Masseur und medizinischer Bademeister beschäftigt.

Hier habe ich mit einer Kollegin eine Kopfschmerztherapie entwickelt.

Unter Prof. Ohnesorg (Orthopädie) den zuständigen Stationärzten Dr. van Laak,  und

später Dr. Kreiner, sowie unter der Leitung von Prof. Poek (Neurologie) haben wir im stationären

Bereich sowie im angeschlossenen ambulanten Bereich ca. 800 Behandlungen an Kopfschmerz-

Migräne- und Stresspatienten über den Zeitraum von 12 Monaten durchgeführt.

Aus den Rückmeldungen unserer Patienten sowie dem täglichen Ausprobieren haben wir eine

Grundstruktur für den Behandlungsablauf entwickelt.

Diese Form ist durch Fortbildungen und naturheilkundliche Therapieausbildungen ständig erweitert und

verbessert worden.

 

 

Seit nunmehr über 20 Jahren arbeite ich mit dieser Therapieform sehr erfolgreich. Inzwischen

habe ich > 120.000 Behandlungen gegeben und davon ca. 50% mit KoBe behandelt.

Bei über 90% der Patienten ist ein Wohlgefühl und anschließende Entspannung deutlich

geäußert worden. Bei ca. 80% der behandelten Patienten ist eine Linderung der Schmerzen

feststellbar. Meistens führt die Therapie zur anschließenden Schmerzfreiheit für unbestimmte

Zeit, die sich von mal zu mal verlängert.

Durch die Wiederholung der Therapie kommt es zu einer deutlichen Veränderung der

Periodizität der Symptome. Durch die ergänzenden Gespräche und Offenlegung der Ursachen

und Auslöser ist eine Heilungschance sehr groß. Eine kontrollierbare Linderung der

Beschwerden ist eindeutiges Therapieziel.

Bei den Grifftechniken sind mir im Laufe meiner Ausbildungen und Fachfortbildungen ähnliche

und gleiche Griffe immer wieder begegnet, z.B. in der Lymphdrainage, Meridianmassage, 

Osteopathie, Cranio-, Polarity-, Shiatsu- , Tuinagriffe, Reiki ...

Ich stelle nicht den Anspruch die Griffarten  „erfunden“  zu haben, obwohl wir intuitiv viel

selber entdeckt und entwickelt haben. Somit handelt es sich um ein Konglomerat

verschiedener Weisheiten und Techniken.

Die vorgegebenen Griffarten und Reihenfolgen sind von mir durch intensives ausprobieren,

kombiniert worden und geben ein geschlossenes Therapiekonzept zur Kopfbehandlung vor.

 

Der erste Teil (man. KoBe) umfasst den manuellen Aspekt der Kopf-Be-hand-lung mit den

verschiedenen Griffarten und der vorgegebenen Reihenfolge. Dieser Teil ist so aufgebaut,

dass sie als Entspannungsmassage von Therapeuten, Physiotherapeuten, Heilpraktikern,

(Ärzten), Laien angewendet werden kann und binnen 20 Stunden erlernbar ist.

Selbstverständlich gehören die Grenzen, also Indikationen und Kontraindikationen zu dieser

Grundlage dazu, ebenso wie die typischen Klassifizierungen der schulmedizinischen

Kopfschmerzen.

 

Bei dem zweiten Teil  (bzw. ganzheitlichen KoBe) steht die Befundung und Diagnose des

Schmerztyps sowie der adäquate Therapieaufbau im Vordergrund.

Dazu dienen die Grundlagen der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Die taoistische

Sichtweise der Wu Wei (die fünf  Elemente) und deren Zugehörigkeiten, sowie die der

Organfunktionen, die Emotionen und die Einbeziehung umgebender Faktoren gehören ebenso

zu diesen Einschätzungen. Puls- und Zungendiagnose, die Einteilung in die Ba Gang (8

Leitkriterien), Zonenbezüge, Reflexzonen und topographische anatomische Kenntnisse

ermöglichen eine klare Differenzierung. 

Homöopathische Arzneimittelbilder, ergänzende Schüsslersalze, orthomolekulare

Substitutionen, oder psychisch sanft wirkende Bachblüten vervollständigen

diese individuelle Therapie.

Positive Suggestionen, Atemschulung und Einweisung in ein autogenes Training können

auch die geistigen und psychischen Bedingungen bei der Migräne und Kopfschmerzentwicklung

positiv beeinflussen und ergänzen.

Die Symptome und Ergänzungen beeinflussen auch das Therapiekonzept der manuellen KoBe.

Griffreihenfolgen und Griffstärken variieren und müssen den

Gegebenheiten angepasst werden.

Dieser Inhalt kann in 20 bis 40 Lehrstunden umfassend an medizinisch denkende Therapeuten

vermittelt werden.

 

Als therapeutische Grundannahme wird die Kongestion verschiedener Systeme

angenommen.

Bei Kopfschmerzen steht zu Beginn fast immer eine Kontraktion oder ein Spasmus eines bzw.

mehrerer Gefäße. Schulmedizinisch werden meist Blutgefäße erfasst. Arterielle oder venöse

Spasmen, die einen regelrechten Zu- und Abfluss verhindern.

Hieraus ergibt sich die symptomatische Therapie mittels Blutverdünnung (z.B ASS).

Des Weiteren wird eine Übersensibilität der Nervenendigungen angenommen, weshalb die

Blockade der Synapsen mittels Schmerzmittel eingesetzt wird.

Neuerdings wird gerne mit dem „Schmerzgedächtnis“ argumentiert, wodurch ein Einsatz von

Neuroleptika immer öfter indiziert scheint.

Es steht mir nicht zu schulmedizinische Ansätze zu verurteilen, da die Wirkmechanismen mir

nicht ausführlich bekannt sind.

Die Unzufriedenheit meiner Patienten, der mangelnde Erfolg erfordern jedoch eine Suche und

Auseinandersetzung mit anderen Ansätzen.

Aus naturheilkundlicher Sicht handelt es sich hierbei jedoch ausschließlich um symptomatische

Therapieansätze.

  • Stau des Lymphsystems
  • Stagnation des Qi in den Meridianen (TCM)
  • Überreizung des Nervensystems

 

 

Ganzheitlich sind Kopfschmerzen als Ausdruck des Körper/Geist/Seele-Geflecht zu verstehen.

Schmerz als Sprache des Körpers und der Seele:

  • Sich den Kopf zerbrechen
  • Sich das Hirn zermartern
  • Es ist zum Haare raufen
  • Grübelei
  • Probleme
  • Angst
  • Überforderung
  • Unterdrückte Wut
  • Festsitzende Trauer
  • Loslassprozesse
  • Bindungsproblem

 

 

Lokalisation:

Beispiel Vorgehensweise:    Seitlicher Kopfschmerz

Je nach Lokalisation der Schmerzen und der ertasteten Hypertensionen (Überspannung allg.um

welche Strukturen es sich im Einzelnen handelt muss zu einem späteren  Zeitraum geklärt

werden). Die Lage des Kopfschmerzes kann zunächst unterteilt werden in Schläfen, temporal und

parietaler Kopfschmerz.

 

Hier liegt der Gallenblasenmeridian(grün = Gbl), die Zugehörigkeit zum Holzelement lässt

folgende Fragen zu:

 

  • Wie sind Deine Leberwerte?
  • Wie sieht es mit Fettverträglichkeit aus
  • Blähungs- oder Völlegefühl ?
  • Stuhlgang Art und Form ?
  • Alkoholkonsum ?
  • laute Stimme ?
  • Wie intensiv lebst Du deine Phantasie ?
  • Was machst Du mit deinem Ärger, deiner Wut ?
  • Wie ist deine Flexibilität ?

Werden diese Fragen und andere mehr (s. Elementetabelle) auffällig beantwortet, so vermerken

wir diese Auffälligkeit, wenn wir im weiteren Verlauf weitere Hinweise zu diesem Element finden,

z.B einen gespannten Puls auf der li. Mittelposition finden, einen Hinweis auf der Zunge z.B.

gestaute Unterzungenvenen oder Fettunverträglichkeit, erhärtet es den Verdacht das in der

folgenden Therapie, dieses Element besonders berücksichtigt werden muß und mitbehandelt wird.

Dies wäre der kausale Ansatz zur Behandlung seitlicher Kopfschmerzen, die besonders auch bei

„gestressten“ Personen häufig auftritt. Auch hier ist die Leber meist sehr angespannt und

kann z.B. durch Alkohol so eingeheizt werden, das diese Leberhitze nach oben steigt und zusätzlich

rote, brennende Augen macht und/oder hohen Blutdruck. Für TCM-Interessierte, sollten die

Lebermuster und –Syndrome eine Hilfe sein.

Meist liegt hier auch eine muskuläre Hypertension vor, tastbar durch eine schlechte

Verschiebbarkeit der Kopfhaut in diesem Gebiet.

Bei der Differenzierung nach den Ba Gang (8Leitkriterien in der TCM) handelt es sich oft um einem

Fülle-Kopfschmerz. Ein berstender Schmerz oder platzendes Gefühl, machen die KoBe im Anfang

sehr schwer durchführbar, da der Patient meist keine Massage oder Berührung ertragen kann. Hier

sind zunächst sanfte ableitende Striche zu ziehen, der Profundus und Terminus muß entleert und

der Vagusreiz bewusst gesetzt werden. Sollte der Pat. dennoch nicht entspannen können, kann

man mit der Fußreflexzonenmassage beginnen oder mittels Akupunktur (z.B. Le 2 --, Di4--,

Ni3 +  sowie ein oder zwei Ashi-Punkte --,  die ebenfalls sediert und nur kurz belassen werden und

dispergierend (zerteilend) wirken sollen.

Nach entfernen der Ashi-Nadeln ist eine man. KoBe meist möglich, in den nächsten Tagen sollte

eine weitere Behandlung erfolgen. Nach zwei bis drei Behandlungen hat man dann bereits eine

deutliche Verbesserung des Spannungszustandes, muskulär und im ganzheitlichen Ansatz

auch auf der Organebene. Unterdrückte Wut und Ärger sollten bewusst gemacht werden und

alternative Auflösungsmöglichkeiten erarbeitet werden. Diese sind sehr unterschiedlich. Positiv auf

eine gespannte Lebersituation wirken sich singen, schreien (im Auto oder im Wald),

entsprechende  Atemübungen, saure und erfrischende Lebensmittel, Sport und Bewegung, tanzen

u.v.m als diätetische Möglichkeiten, die der Patient in seiner Hand hat.

Stressauslösende Faktoren, lassen sich meistens nicht so sehr verändern, aber wie ich mit diesem

Stress umgehe, kann ich beeinflussen.

Homöopathisch ist bei einer Leberstörung Nux Vomica ein großes und mächtiges Mittel

(Polychreste) und wirkt deutlich entlastend auf Leber und Gallenblase. Es ist ein großes

Kopfschmerz und Migränemittel mit Übelkeit,Erbrechen,Geräusch- und Lichtempfindlichkeit,

muskulären Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich, der über den Hinterkopf bis in die Augen

ausstrahlen kann. Das Managermittel, die sich trotz allem noch gerne mit Kaffee zusätzlich

Hochpushen. Nux ist als „Brechnuß“ ein Entgiftungsmittel, nach Antibiotika, nach Narkose und

nach wilden Alkoholexzessen mit entsprechendem Katerkopfschmerz (s. homöopathische

Arzneimittelbilder) 

 

 ff.: Buch zur KoBe

 

 

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Absolute Kontraindikation

  • Apoplexie
  • starke Ateriosklerose
  • Metalle im Kopf
  • Schädel-Hirn-Traumen
  • Gründe und Diagnosen, die eine manuelle Therapie ausschliessen.

 

Relative Kontraindikationen

  • Epilepsie
  • Carcinom im Behandlungsgebiet 
  • Psychosen
  • starke Hypotonie
  • Somnolente Zustände

 

Schwierig zu behandeln

  • Hormonelle Kopfschmerzen und Migräne
  • Männer von Männern
  • Frauen von Männern, wenn diese dies nicht zulassen können (z.B. religiös bedingt)
  • im akuten Schub

Die Befundung beginnt mit der Kontaktaufnahme des Patienten. Bereits das erste Telefonat

oder die erste Nachricht die wir erhalten gibt uns den ersten Einblick in das Wesen

unseres Patienten.

Telefonat:

Stimme  Stark = Fülle  ./.   Schwach = Leere

Ausdruck  klar / getrübt

Durchsetzung eigener Wünsche bei der Terminabsprache (Wann können Sie denn?)

Strukturaspekte (Flexibilität)

Symptombeschreibung  (Adjektive) W-Fragen zur guten homöopathischen Eingrenzung

 

1. Termin:

Das Klingeln und die Begrüßung geben uns ebenfalls Aufschluss. Der Händedruck, der

Augenkontakt, die Haltung insbesondere im Schulter Nacken-Bereich geben uns Aufschluss

worauf wir bei der Wirbelsäulenuntersuchung  zu achten haben. Beim Hereinführen des

Patienten legen wir kurz unsere Hand auf den Übergang C6 bis Th3 und können hier gut die

Spannungsverhältnisse erstmalig erfühlen.

In der Antlitzdiagnose beurteilen wir bereits Hautfarbe, Falten im Gesicht sowie Dellen und

Einziehungen.

Auch die Reaktion des Pat. ist hier aufschlussreich für die Gestaltung und Dosierung der

Therapie.

Da die Neugierde des Patienten beim Ersten Mal besonders hoch ist, darf die Erwartung der

ersten Beh. nicht zu hoch sein. Da der Patient angespannt ist wird das Augenmerk der ersten

Behandlung mehr  auf die Befundung fallen.

Gesichtsbehandlungen werden bei der Erstkonsultation z.B. eher als unangenehm empfunden.

Wenn der Pat. eine ablehnende Haltung und Anspannung demonstriert, ist eine

Fußreflexzonenmassage oft sinnvoller, zumal die Organbefunde eine sehr aufschlussreiche

Ergänzung zur Anamnese liefern.

Besonders beim Ersttermin wollen die meisten Pat. viel erzählen und ihr „Leid“ ausführlich

beschreiben und uns nach unserer Meinung fragen.

Bei der KoBe ist aber die Stille und Ruhe eine wichtige Größe die eingehalten werden sollte.

 

Voraussetzungen:

Anamnese                   

Untersuchungen

DD Kopfschmerz

 

Räumlichkeiten

Zeit

Musik

Gespräch

 

....

 



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